Die Stwiga
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Die Stwiga ist ein faszinierender Fluss, der sich überwiegend durch dichte Wälder windet. Wenn man für einige Zeit völlig außerhalb der Zivilisation ausspannen und für 2-3 Tage den Kontakt zur Außenwelt verlieren will, der ist hier genau richtig. Die Stwiga hat einen stark gewundenen Lauf und weist insbesondere bei niedrigen Wasserständen zahlreiche flache Stellen und sandige Untiefen auf; zudem liegen viele Bäume quer, über die man die Kajaks tragen muss.
Neben dem Hauptlauf, der deutlich sichtbar ist, gibt es praktisch auf der gesamten Länge des Flusses zahlreiche Altarme und Wasserlöcher, was auf große Wasserstandsschwankungen hindeutet. Entlang der Trasse gibt es selbstverständlich keinerlei reguläre Biwakplätze oder irgendeine touristische Infrastruktur. Aufgrund fehlender Wege ist der Gepäcktransport entlang der Route ebenfalls nicht möglich.
Die Tour beginnt man am besten am dörflichen „Badestrand“ im Dorf Dzierżyńsk.
Die ca. 4 km lange Zufahrt dorthin führt durch den Wald und es ist nicht einfach, ohne örtlichen Führer dorthin zu gelangen. Dzierżyńsk ist ein recht großes Dorf. Hier muss man die gesamte für die nächsten 67 km notwendige Verpflegung einkaufen, da es sonst während dieser Strecke keinerlei Einkaufsmöglichkeiten gibt. Der Ort liegt im Grenzgebiet, daher ist eine entsprechende Genehmigung notwendig, die man der nächsten Polizeistation erhalten kann. Das Dorf hieß früher Radziłowicze zu Ehren des Fürsten Radziwił (altes polnisches Adelsgeschlecht) der im benachbarten Bukczy lebte.
0,0 km – Beginn der Tour an der sehr schön gelegenen Badestelle bei Dzierżyńsk. Die Stwiga hat hier ca. 15 m Breite. Die Stelle ist von Kiefern-Eichen-Mischwald umgeben und könnte ein gutes Nachtlager sein, wenn sie nicht im Grenzgebiet gelegen wäre.
Daher ist es ratsam, so schnell wie möglich von dort abzufahren. Der Fluss windet sich durch dichten Wald mit zahlreichen Eichen, aber die Ufer sind leicht zugänglich.
2,6 km – wir unterqueren eine Brücke aus Metall und Holz mit eisernem Geländer. Die Brücke wurde vor kurzem renoviert und wird von der Grenztruppe für ihre Patrouilliengänge genutzt. Es ist besser, hier nicht anzuhalten, um unnötigen Diskussionen mit den Grenzbeamten zu entgehen. Beim Passieren sollte man auf die alten Brückenpfeiler achten, die kurz vor der neuen Brücke aus dem Wasser ragen.
6,3 km – Pfeiler einer alten Brücke im Wasser. Kurz davor ein eiserner Turm am linken Ufer – ein trigonometrischer Punkt.
6,4 km – ein gute Übernachtungsplatz am linken Ufer und gleichzeitig das Ende des ersten Paddeltages.
Etwa 200 m links befindet sich eine Stelle, genannt „Kirche“. Tatsächlich existierte hier, auf einem sandigen Hügel inmitten des Waldes, eine ohne einen einzigen Eisennnagel gebaute Kirche. Das dazu gehörende Dorf, in dem es sogar eine Schule gab, hieß Chrapuń (heute Gedenkstätte Chrapuń). Daher auch die Pfeiler der ehemaligen Brücke, die Chrapuń mit Radziłowicze verband. Etwa 10 Jahre nach dem 2.
Weltkrieg wurde hier ein Truppenübungsplatz eingerichtet. Einige Dörfer, unter ihnen Chrapuń, wurden ausgesiedelt und verschwanden von der Landkarte. Die Kirche wurde abgetragen und ca. 10 km weiter südlich aufgebaut – sie befindet sich nun auf ukrainischem Gebiet. Auf ihrer Stelle blieb nur ein Kreuz zum Andenken, das sich jetzt schon bedenklich zu Seite neigt. Vom Dorf blieb keine Spur.
7,3 km – guter Rastplatz am linken Ufer. Weiter sind die Ufer schwer zugänglich, der Wald reicht bis an den Fluss,
teilweise auch Röhrichte. Die Stwiga verengt sich hier auf 4-8 m. Es gibt zahlreiche Sandbänke und Untiefen. Umgestürzte Bäume nötigen je nach Wasserstand zum Umtragen.
11,4 km – eine von Kiefern-Birken-Wald umgebene Lichtung an einer Flussbiegung – ein sehr guter Rastplatz. Die Stwiga wird wieder ca. 10 m breit. Weiter versperren zahlreiche Bäume das Flussbett.
15,0 km – weiterer sehr guter Rastplatz am linken Ufer mit guter Zugänglichkeit.
17,0 km – Rastplatz am rechten Ufer in einer Flussbiegung. Flussabwärts tritt der Wald vom Ufer zurück und der Fluss durchfließt ein offenes Tal.
18,7 km – nächster sehr guter Rastplatz. Der Wald am linken Ufer reicht bis an den Fluss.
Man kann auch etwas ober- oder unterhalb dieses Platzes rasten. In diesem Abschnitt findet man zahlreiche geeignete Rastplätze.
19,6 km – eine alte, sehr baufällige Holzbrücke, wie es sie noch einige an der Stwiga gibt.
Sie ist ein Überbleibsel nach der Umsiedlung der Dörfer und hat gegenwärtig keine Bedeutung. Das rechte Ufer ist auf diesem Abschnitt auf etwa 4 km Länge mit lockerem Baumbestand bewachsen. Die Fläche gehört zum Truppenübungsplatz und wurde vor eingen Jahren durch einen Waldbrand heimgesucht.
21,1 km – ein Hügel am rechten Ufer in einer Flussbiegung – ein nahezu idealer Rastplatz. Feuerholz ist wie überall leicht zugänglich.
24,1 km – Reste einer alten Reusenanlage an den Ufern sichtbar.
26,0 km – gut zugängliche Rastplätze am linken Ufer.
27,8 km – Rastplatz am rechten Ufer unter Bäumen.
32,1 km – Übernachtungsplatz auf einer großen Lichtung am rechten Ufer.
Sicher einer der schönsten Plätze während der gesamten Tour, an einer der schärfsten Flussbiegungen gelegen. Auf den nächsten Kilometern gibt es so zahlreiche Rastplätze, dass man nicht alle erwähnen kann.
37,0 km – offene Lichtung am rechten hohen Ufer. Am Ufer sichtbar sind ein altes gemauertes Haus, Reste einer Einfriedung und Bienenstöcke. Zu dem verlassenen Gehöft führt ein befestigter Weg, an dem das ehemalige Einfahrtstor erhalten ist. Dieses erinnert heute, allein auf der Wiese stehend, an ein „Tor zum Wald“ oder „Tor zum Sumpf“. Dies ist ein guter Rastplatz.
39,6 km – hölzerne Pfähle einer ehemaligen Brücke. Einhundert Meter weiter kann man am linken Ufer rasten.
43,0 km – am rechten Ufer ein sehr guter Übernachtungs-, Rast- oder Badeplatz. Sichtbar sind die Reste einer Einfriedung.
Danach verändert der Fluss seinen Charakter, er fließt nun durch dichten, sumpfigen Wald.
Man fährt durch typischen Auwald mit hohem Anteil an Pappeln und Birken. Die Ufer sind unzugänglich, man kann verschiedene Tiere am Ufer beobachten.
58,4 km – Übernachtungsplatz am linken Ufer. Feuerstelle, befestigter Zufahrtseg zur Lichtung. Sichtbar sind Pfähle zur Kennzeichnungen der Waldabteilungen.
62,0 km – ein Hügel am rechten Ufer an einer Flussbiegung, geeignet zur Rast. Vom Hügel aus sieht man ausgedehnte landwirtschaftliche Flächen.
63,7 km – ein weiterer Rastplatz an einer sichtbaren Furt, die zur Überquerung des Flusses diente. Die Ufer sind offen und leicht zugänglich. Die Landschaft ändert sich merklich, immer öfter kann man Stellnetze, Bienenbeuten und Ackerflächen sehen. Es dominieren offene Ufer und Weidengebüsche, Erlenhaine sowie zahlreiche Altarme. Am Horizont erste Anzeichen von Siedlungen.
64,7 km – in einer Flussbiegung eine verfallene Holz-Ponton-Brücke. Umtragen erforderlich.
66,9 km – Einmündung des linken Zuflusses Mostwa. Typische Sumpflandschaft mit großen Überschwemmungsflächen und Weidengebüschen.
67,3 km – Straßenbrücke. Links das Dorf Korotycze. Ab dieser Brücke beginnt der Pripjat Nationalpark. Um zum Dorf zu gehen, sollte man am linken Ufer vor der Brücke aussteigen. Das Dorf ist unansehnlich und vernachlässigt, aber man kann zumindest seine Vorräte auffüllen. Der Dorfladen befindet sich ca. 800 m vom Fluss gegenüber der orthodoxen Kirche.
Ab der Brücke in Korotycze zieht sich am linken Ufer ein Hochwasserschutzwall entlang. Hinter dem Deich passieren wir auf den nächsten 30 km von Zeit zu Zeit Dörfer, die allerdings meist etwas weiter vom Fluss entfernt liegen. Das rechte Ufer ist meist erhöht, aber an vielen Stellen gut zugänglich.
69,9 km – Holzhaus am hohen rechten Ufer, das von Jägern und Fischern genutzt wird. Sichtbare Zufahrt und ein Streckenplatz. In der Nähe Wald – ein schöner Übernachtungsplatz.
75,8 km – eine weitere sehr alte Holzbrücke, über die man aber mit Sicherheit nicht mehr herüberfahren kann.
77,0 km – am linken Ufer ein lichtes Wäldchen. Am rechten hohen Ufer ein guter Rastplatz. Diese werden jetzt immer rarer.
80,0 km – Straßenbrücke. Links, aber recht weit vom Ufer, die Ortschaft Chilnice. Die Ufer sind ziemlich schwer zugänglich und recht hoch, viele Weidengebüsche.
82,7 km – guter Rast- und Badeplatz am rechten Ufer an einer scharfen Rechtsbiegung des Flusses.
Die Breite des Flusses erreicht hier teilweise schon 40 m. Das rechte Ufer ist meist zugänglich, aber Feuerholz kann man nicht überall finden.
86,0 km – eine weitere alte Holzbrücke. Am linken Brückenkopf eine Informationstafel des Pripjat-Nationalparks. In einiger Entfernung links sind die Gebäude des Dorfes Ryczew sichtbar.
In der Nähe der Brücke ausgedehnte Wiesen, die sich für die Übernachtung eignen.
92,5 km – Reste einer alten Holzbrücke in der Nähe des Dorfes Choceń am linken Ufer.
98,1 km – alte Holzbrücke nahe der Ortschaft Semuradce. Der Fluss erreicht stellenweise 70 m Breite.
102,6 km – Ende der Tour am rechten Ufer vor der Brücke in Ozierany. In der Nähe ein Geschäft und ein kleines Büro der Forst- und Nationalparkverwaltung.
| Kosten der Kanutour in Weissrussland (min. Teilnehmerzahl - 14 Personen) | |||
|---|---|---|---|
| Route und Dauer der Tour | Beginn und Ende der Tour | Preis | |
| Stwiga (7 Tage) | Dzierżyńsk – Ozierany | 830 PLN/Person | |
ACHTUNG: Tour Stwiga nur für organisierte Gruppen. Termin frei durch die Gruppe wählbar.
Im Preis enthalten sind:
- Platz im Zweierkajak / Kanu inklusive Ausrüstung (Paddel/Sicherheitsweste)
- laminierte Karte der Fahrtroute ( 1 Stück pro Boot)
- Transport der Teilnehmer und der Ausrüstung zum Start- und vom Endpunkt der Tour
- Betreuung durch weißrussischen Führer
- Weißrussisches Visum sowie weißussische Krankenversicherung (wir erledigen für Sie alle Formalitäten nach Übersendung Ihres gültigen Reisepasses)
Lade Dir hier den Trassenverlauf der Kanutour Stwiga in Dein GPS-Navigationsgerät herunter!


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