Die Szczara
« siehe andere Kanutouren in Weisrussland
Die Szczara ist ein wunderschöner und interessanter Fluss. Sie entspringt im Kołdyczewskoje-See auf der Nowogródzka-Höhe und hat eine Länge von 325 km. Der Fluss durchfließt die Baranowicka-Ebene, das Pripjat-Gebiet in Polessien und die Wołkowycka-Platte, ehe er als einer der linken Zuflüsse in den Njemen mündet. Die Szczara war früher für die Holzflößerei von großer Bedeutung; ebenso als Transportweg für Getreide und andere Waren aus dem Einzugsgebiet des Pripjat in das des Njemen und damit auch von der Ostsee zum Schwarzen Meer.
Um den Fluss als Transportweg auszubauen, wurde ein ausgeklügeltes hydrotechnisches System aus Dämmen, Schleusen, Kanälen und anderen wasserwirtschaftlichen Anlagen errichtet. Dieses System hatte neben der wirtschaftlichen auch eine strategische Bedeutung.
Es wurde bereits im 18. Jh. auf Initiative und mit Hilfe der Finanzen des hervorragenden polnischen Künstlers, Generals und Ingenieurs Michał Kazimierz Ogiński erbaut, der seinerzeit in Słonim residierte. Während des 1. Weltkrieges verlief die Frontlinie längere Zeit entlang der Szczara und des Ogiński-Kanals. Daran erinnern bis heute deutsche Bunkeranlagen.
Anfang des 20. Jh. verlor das Kanalsystem seine Bedeutung für den Warentransport und wurde sich selbst überlassen – doch bis heute macht es aufgrund seiner wasserwirtschaftlichen Finesse auf den Betrachter einen großen Eindruck.
Wegen der fehlenden Unterhaltung ist die Szczara von der Mündung bis zum Wygonowskie-See (alos auch der Ogiński-Kanal) teilweise stark zugewachsen und verschlammt. Die Tour ist daher schwierig und vor allem für kräftige und geduldige Paddler geeignet. Es muss auch häufig umgetragen werden, teilweise fehlt es an Zufahrtswegen für den Gepäcktransport.
Daher beginnen wir die Tour in der Nähe der Straßenbrücke nahe der Ortschaft Bytyń. Der Fluss mäandriert unterhalb dieses Ortes durch Sumpfwiesen. Vor der Ortschaft Naliwki befindet sich, obwohl die Karte nur Sümpfe zeigt, ein schöner Kiefernwald mit einem guten Platz zur Übernachtung. Im Dorf gibt es eine alte Holzbrücke. Etwa 4 km weiter ragt der Wald wiederum rechts ans Ufer heran, wenig weiter auch links. Das Ufer ist hier leicht zugänglich, es gibt genug Brennholz. Bis zur nächaten Brücke im Dorf Ugły sind es etwa 7 km.
Ein guter Biwakplatz befindet sich ca. 3 km unterhalb von Ugły – ein sandiges Steilufer mit Sandstrand am Kiefernwald.
Der Fluss ist heir 25-35 m breit, die Ufer offen. Etwa 1,5 km weiter mündet von rechts die Łochozwa in die Szczara. Die Fließgeschwindigkeit nimmt hier auf 1,8 km/h zu.
Unterhalb dieser Stelle reichen am 3., 5. und 7. km schöne Eichenwäldchen mit beigemischten Kiefern und Erlen an den Fluss heran. Wir durchqueren die Brückenpfeiler im
Dorf Dobry Bór. Bis zur etwa 15 km weiter gelegenen Ortschaft Szyłowicze durchfließt der Fluss eine weite Moorniederung. Rastplätze gibt es hier nicht.
Je näher man Słoniam kommt, erscheinen am Horizont die Kuppeln des Münsters in Żyrowicze aus dem 16./17. Jh. Diesen orthodoxen Klosterkomplex, gelegen am rechten Ufer der Szczara etwa 2 km unterhalb der Brücke, sollte man unbedingt besuchen. Grund für die Errichtung des Münsters an dieser Stelle war nach der Legende die wunderheilende Wirkung einer Ikone der Muttergottes aus Zyrowiec, die man noch heute hier besichtigen kann. Einen Besuch wert sind auch das Konzil Christi Himmelfahrt aus dem 17. Jh. und die orth. Kirche Christi Erscheinung und Himmelfahrt. Hier befindet sich auch das Minsker orthodoxe Priesterseminar. Übernachten sollte man am besten ca. 0,5 km unterhalb der Brücke in Szyłowicze in einem kleinen Hain – einen besseren Platz gibt es hier nicht.
Weiter beginnen schon die Vororte der Stadt Słonim. Wir passieren die Reste einer Schleuse und einen verfallene hölzernen Übergang. Wir erreichen die erste Straßenbrücke in der Stadt und kurz danach einen Fußgängersteg. Kurz darauf teilt sich das Flussbett. Nehmen wir den rechten Flussarm, können wir in der Sowjet-Strasse einkaufen oder im Restaurant essen gehen. Auf Höhe der Eisenbahnbrücke mündet die Issa in die Szczara. Nimmt man das linke Flussbett, kann man auf dem nahen Markt oder in einem der zahlreichen Geschäfte einkaufen.
Die beiden Flussarme vereinigen sich alsbald wieder und die Strömung nimmt zu. Die ersten Kilometer unterhalb Słonim sind recht eintönig. Etwa 3 km unterhalb der Einmündung der Issa beginnen links die Gebäude des Dorfes Talkowszczyna und 5 km weiter die des Dorfes Wasilewicze. Die Szczara wird immer schöner, aber es fehlt an Rast- und Übernachtungsplätzen.
Die nächsten Dörfer sind Mitkowicze und Porzecze. Unterhalb der beiden letzten befindet sich am linken Ufer auf einer Höhe eine kleine orthodoxe Kapelle aus behauenem Feldstein. Gute Rastplätze befinden sich am rechten Ufer kurz unterhalb der Ortschaft Zadworze sowie unterhalb des Dorfes Niz in einem Kiefernwald beim Trigonometrischen Punkt Nr. 157.
Weiter kann man auch ca. 2 km unterhalb der Ortschaft Grodki in einem 400 m langen und ca. 2-3 m hohen Hohlweg im Kiefernwald rasten. Weitere 15 Minuten flussab befindet sich ein Steilufer mit einem Kiefernwäldchen, das in Birken- und dann Eichenbestand übergeht. Auch dies ist ein ausgezeichneter Übernachtungsplatz.
Weiter flussabwärts befinden sich in der Nähe der Ortschaft Skrundy die Reste eines Dammes. Etwa 2-2,5 km weiter am linken Ufer zieht sich über 700-800 m eine wunderschöne Schlucht. Die Ufer des Flusses sind hier etwas höher als vorher, es tauchen Wiesen, umgeben von Laub- und Mischwäldern auf. Hier gibt es viele gute Rastplätze und an Feuerholz ist kein Mangel.
Nahe des Dorfes Mała Wola erscheinen einige Inseln im Fluss. Unterhalb des Dorfes am rechten Ufer eine weitere mit Kiefern bewachsene Schlucht. Etwa 1,5 km weiter passieren wir die Brücke im Dorf Wielka Wola, danach einen Eichenbestand und einen Kiefernwald, diesmal am linken Ufer. Auf der Höhe des Dorfes Makary wird das Ufer fest und an vielen Stellen zugänglich. Unterhalb des Dorfes befindet sich eine Insel. Fährt man nach links, kommt man an einem sehr guten Biwakplatz vorbei.
Nach weiteren 2 km erreicht man das Dorf Moskale und dort befindet sich glücklicherweise ein Geschäft direkt am Ufer. Die Ufer werden immer schöner, alle paar Minuten passiert man Badestellen, Steilufer, Eichen- und Kiefernwälder. Es gibt viele gute Rastplätze.
Wir passieren die Brücke in der Ortschaft Szczara. Je näher wir der Mündung in den Niemen kommen, desto mehr wunderschöne Plätze gibt es. Hervorragende Rastplätze kann man wortwörtlich alle fünf Minuten finden. Der letzte Abschnitt des Flusses unterhalb des Dorfes Korole ist ebenfalls ausgesprochen schön. Der rechte Flussarm ist zwar kürzer und hat eine schnellere Strömung, aber seine Mündung ist duch einige große umgestürzte Bäume versperrt, daher nimmt man besser den linken Arm.
Im Winkel zwischen Szczara und Niemen befindet sich ebenfalls ein sehr guter Übernachtungsplatz.
Nach der Mündung in den Niemen sind es noch etwa 2,5 Stunden bis zum Ende der Tour. Auf diesem Abschnitt sind die Steilufer mit kleineren Kiefernwäldchen bewachsen. Diese machen dann Wiesen und Gebüschen Platz. Unterhalb der Brücke zwischen den Orten Mosty Lewe und Mosty Prawe erscheint auf dem linken Steilufer wiederum Wald. In der Nähe der Brücke beenden wir die Tour, obwohl man noch bis zur Stadt Mosty fahren könnte, von wo man gute Bahnverbindungen nach Minsk und Grodno hat.
Wir erinnern daran, dass die Gruppe, ähnlich wie auf anderen Weissrussland-Touren, während der Tour ein „Fahrtenbuch“, d.h. eine Liste der Teilnehmer mit einer Beschreibung der einzelnen Etappen der Tour, mitführen sollte. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen, einen weissrussischen Führer zu engagieren, der die geltenden Vorschriften kennt.
| Kosten der Kanutour in Weissrussland (min. Teilnehmerzahl - 14 Personen) | |||
|---|---|---|---|
| Route und Dauer der Tour | Beginn und Ende der Tour | Preis | |
| Szczara (8 Tage) | Bytyń – Mosty Prawe | 790 PLN/Person | |
ACHTUNG: Tour Szczara nur für organisierte Gruppen. Termin frei durch die Gruppe wählbar.
Im Preis enthalten sind:
- Platz im Zweierkajak / Kanu inklusive Ausrüstung (Paddel/Sicherheitsweste)
- Laminierte Karte der Fahrtroute (1 Stück pro Boot)
- Transport der Teilnehmer und der Ausrüstung zum Start- und vom Endpunkt der Tour
- Betreuung durch weißrussischen Führer
- Gepäcktransport entlang der Tour
- Weißrussisches Visum sowie weißussische Krankenversicherung (wir erledigen für Sie alle Formalitäten nach Übersendung Ihres gültigen Reisepasses)
- 1-2-malige Nutzung einer banja (Sauna)


Polski
English
Deutsch
Portugues